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Neues zur Computertomografie

Röntgen-Computertomografie für Kunststoff-Werkstücke

Heimspiel für die industrielle CT

Aufgrund der technischen Eigenschaften erreichen Koordinatenmesssysteme mit Computertomografie bei der vollständigen Messung von Kunststoff-Werkstücken eine hohe Messgeschwindigkeit und geringe Messunsicherheit. Mit speziellen Softwareverfahren können Werkstücke unterschiedlicher Grösse, mit sicherheitsrelevanten Details und aus mehreren Materialien gemessen werden.

Bei der Herstellung von Kunststoff-Werkstücken im Spritzgussverfahren sind fertigungsbegleitende Messungen mit hoher Messgeschwindigkeit vorteilhaft. Im Mehrschichtbetrieb und bei 100-%-Messungen in der Linie kommt eine hohe Verfügbarkeit als weiteres entscheidendes Kriterium für die Auswahl des Koordinatenmessgeräts hinzu. Durch die individuelle Kombination von Grundgeräten und Komponenten lassen sich Messsysteme mit Computertomografie an die jeweilige Anwendung anpassen.

Heimspiel für die industrielle CT

Koordinatenmessgeräte für unterschiedliche Anforderungen

Kunststoff-Werkstücke werden häufig im Mehrschichtbetrieb durch Werkzeuge mit 64, 128 oder sogar 192 Nestern hergestellt. Beispiele hierfür sind Kunststoffzahnräder, Laufrollen in Schubladensystemen aus der Beschläge-Industrie sowie Schraubverschlüsse für Ein- oder Mehrweg-Kunststoffflaschen. Einmal oder mehrmals pro Schicht werden die Werkstücke aus den Nestern aller in den Spritzgussmaschinen laufenden Werkzeuge gemessen. Für diesen hohen Durchsatz sind eine hohe Messgeschwindigkeit und hohe Verfügbarkeit entscheidend, da zum Beispiel bei Werkzeugverschleiss mit anschliessender Gratbildung alle während der Messung produzierten Werkstücke potentiellen Ausschuss darstellen.
Mit Transmissionsquellen erreicht man eine 5-mal höhere Messgeschwindigkeit als bei Koordinatenmesssystemen mit Reflexionsquellen. Für die hohe Messgeschwindigkeit ist eine gute Belichtung durch hohe Leistung der Röntgenquelle notwendig. Transmissionsquellen verfügen auch bei hoher Leistung über einen kleinen Brennfleck und damit eine ausreichende Auflösung, um beispielsweise Grate automatisch detektieren zu können. Eine hohe Verfügbarkeit bieten insbesondere Werth-Longlife-Transmissionsquellen, bei denen eine jährliche Wartung wie bei konventionellen Koordinatenmessgeräten ausreicht. Zudem entfallen Wartungen durch den Bediener, zum Beispiel ein regelmässiger Filamentwechsel.
Durch den modularen Geräteaufbau kann beispielsweise die Messgeschwindigkeit oder die Auflösung optimiert werden. Hierfür werden verschiedene Grundgerätegrössen mit unterschiedlichen Röntgenkomponenten kombiniert. Bei kleinen Messsystemen wie dem Werth TomoScope XS erreicht ein grösserer Teil der Strahlungsenergie den Detektor, da er sich nah der der Röntgenquelle befindet. Dadurch entstehen helle Bilder mit entsprechend kurzen Messzeiten. Der Einsatz der hochauflösenden Longlife-Transmissionsquellen mit hohen Leistungen trägt ebenfalls zu der guten Belichtung bei. Mit Röntgenspannungen von 130 kV, 160 kV oder 200 kV können nicht nur Kunststoff-Werkstücke, sondern auch Metall-Verbund-Werkstücke mittlerer Grösse von der Röntgenstrahlung durchdrungen werden. Um eine hohe Auflösung zu erreichen, ist ausserdem ein Detektor mit vielen kleinen Pixeln notwendig, beispielsweise 3000 Pixel mit einer Pixelgrösse von 50 µm.
Zur Optimierung der Auflösung werden unterschiedlich grosse Grundgeräte mit Transmissionsquellen eingesetzt, die mit Röntgenspannungen bis 300 kV zur Verfügung stehen. Mit den hohen Röntgenspannungen und den kleinen Brennflecken ist die Messung grosser und dichter Werkstücke mit hoher Auflösung möglich. Für besonders hohe Anforderungen an die Auflösung können Submikrofokusquellen mit einer zusätzlichen Fokussierung des Elektronenstrahls und entsprechend kleineren Brennflecken verwendet werden. Bei der Wahl des Detektors sind grosse Messbereiche bei hoher Auflösung sowie ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis oder wahlweise kurze Integrationszeiten wichtig. Für die Messung grosser Kunststoffgehäuse kommt zum Beispiel das TomoScope S Plus mit einer Röntgenspannung von 200 kV und einem Detektor mit 2500 Pixeln bei einer Pixelgrösse von 124 µm zum Einsatz. Mit dem gleichen Grundgerät ist die Messung von Steckerleisten für die E-Mobilität möglich. Für die grösseren, schwerer zu durchstrahlenden Werkstücke werden eine höhere Röntgenspannung von 240 kV und ein grösserer Detektor mit ähnlich hoher Auflösung bei 3000 Pixeln und einer Pixelgrösse von 140 µm verwendet.

Softwareverfahren für verschiedene Anwendungen

Bei Werkstücken mit sicherheitsrelevanter Funktion ist eine 100-%-Prüfung notwendig. Ein Beispiel sind die Kunststoffabdeckungen für Airbags. Sie verfügen über Sollbruchstellen, an denen die Wandstärke gemessen werden muss. Für solche Messaufgaben bietet sich die patentierte Multi-ROI-CT an. Durch die Kombination der Messvolumen aus einem schnellem Scan des gesamten Werkstücks und hochauflösenden Scans der Sollbruchstellen spart man Messzeit und Datenvolumen. Für die Messung geometrischer Eigenschaften können Geometrieelemente aus niedrig und hochaufgelösten Bereichen verknüpft werden. Die interessierenden Bereiche müssen sich nicht im Mittelpunkt des Drehtisches befinden. Sie werden durch die vom Anwender gewählten Mittelpunkte definiert, um die das Gerät dann unter Einbeziehung der Linearachsen jeweils eine automatische Drehung ausführt.
Auch mit kleinen Geräten können grössere Werkstücke oder viele kleine Werkstücke gemeinsam gemessen werden. Mithilfe der Raster-CT lassen sich beispielsweise Einwegcontainer für Waschmittel oder Einwegflaschen messen. Um den Messbereich zu vergrössern, werden nacheinander Durchstrahlungsbilder von allen Bereichen des Werkstücks aufgenommen und zu einem Gesamtbild zusammengesetzt. Mit einer geeigneten Vorrichtung können so alle Nester eines Spritzgusswerkzeugs gemeinsam gemessen werden. Das TomoScope XS Plus bietet beispielsweise Platz für ca. 150 Kaffeekapseln.
Auch Multi-Material-Werkstücke stellten lange eine grosse Herausforderung für die Messtechnik dar. Ein typisches Beispiel sind Steckverbinder, die sich aus unterschiedlichen metallischen und Kunststoff-Komponenten zusammensetzen. Mit Mehr-Spektren-Tomografie und MultiMaterialScan bietet die Werth-Messsoftware nun eine Lösung. Aus der Kombination von Messungen mit verschiedenen Parametern wird ein hochauflösendes und gleichzeitig artefaktarmes Werkstückvolumen rekonstruiert. Die Software WinWerth errechnet anschliessend automatisch und bedienerunabhängig separate Punktewolken für die verschiedenen Materialien. Das Ergebnis ermöglicht beispielsweise Soll-Ist-Vergleiche der Einzelwerkstücke in der montierten Baugruppe zur Bestimmung der durch den Einbau hervorgerufenen Verformung.

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