Die kontinuierliche Reduzierung systematischer Abweichungen bei der Computertomografie (CT) – sogenannter Artefakte – ist einer der Entwicklungsschwerpunkte für die Messsoftware WinWerth®. Bereits im Jahr 2005 wurden im weltweit ersten speziell für die Koordinatenmesstechnik entwickelten Gerät mit Röntgen-CT, dem TomoScope® 200, Korrekturmethoden in die Rekonstruktion des digitalen Werkstückvolumens integriert.
Um den Einsatzbereich der Geräte zu erweitern, reicht es nicht aus, Kunststoff-Werkstücke schnell und genau zu messen. Auch komplexe Baugruppen mit stark absorbierenden Materialien wie Metallen oder Keramiken und zum Beispiel Kombinationen aus Kunststoff und Kupfer müssen hochgenau analysiert und gemessen werden. Bei der Tomografie solcher Multimaterial-Werkstücke entstehen jedoch deutlich stärkere Artefakte, etwa durch Strahlaufhärtung, die die Messgenauigkeit erheblich beeinträchtigen und sogar eine Inspektion teilweise unmöglich machen.
Genauigkeit und Effizienz Hand in Hand
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, wurden in WinWerth® unterschiedliche Korrekturverfahren integriert. Die seit Jahrzehnten bewährte Empirische Artefaktkorrektur (EAK) ermöglicht die Korrektur unbekannter Artefakte auf Basis einer einzigen Tomografie, ist jedoch bisher auf den Einsatz für Monomaterial-Werkstücke beschränkt. Alternativ liefert die Mehr-Spektren-CT (MSP-CT) durch zwei Messungen mit unterschiedlichen Röntgenspektren auch bei Multimaterial-Werkstücken sehr gute Ergebnisse, jedoch auf Kosten der Messzeit. Bei der neuen MEAK (Mehrmaterial-EAK) werden nach einer Messung Artefakt erzeugende Bereiche (z. B. Metallkontakte in Steckverbindern) automatisch erkannt, die erzeugten Artefakte bestimmt und entfernt. Das Ergebnis ist ein korrigiertes Volumen mit deutlich reduzierten Artefakten, das meist sicheres Messen und Analysieren erlaubt.

